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Die Wissenschaft und Kunst der Teppichherstellung

Lassen Sie sich vom Charme
handgefertigter Teppiche inspirieren.

Die Verbindung von Ästhetik und Technik verleiht jedem Teppich eine einzigartige Ausdruckskraft. Teppiche sind nicht nur dekorativ und erzählen Geschichten, sondern sie zeugen auch von der menschlichen Kreativität und Innovation. Die Geschichte der Teppichherstellung beginnt mit den Rohstoffen Wolle und Seide, die von Schafen und Seidenraupen stammen. Unterschiedliche Schafsrassen liefern Wolle mit unterschiedlichen Eigenschaften.

Besonders interessant sind der Glanz und der Fettgehalt der Fasern. Fasern mit einem intensiven Glanz reagieren besser auf pflanzliche Farbstoffe. Fettigere Wollfäden tragen mikroskopisch kleine Fettmoleküle auf ihrer Oberfläche, die den Färbevorgang beeinflussen und einzigartige Farbeffekte erzeugen. 

Seidenteppiche sind bekannt für ihre Feinheit und vermitteln den Eindruck von Zartheit. Doch in Bezug auf Robustheit übertrifft Seide fast alle anderen Fasern, abgesehen von Spinnennetzen.

Bei den Farbstoffen gibt es im Allgemeinen zwei Arten, natürliche und künstliche. Künstliche Farbstoffe, auch chemische Farben genannt, werden in großem Maßstab industriell hergestellt. Einige sind von guter Qualität, aber die meisten sind kommerziell und nicht besonders langlebig. Im Gegensatz dazu sind natürliche oder organische Farbstoffe entscheidend für den Erfolg alter Teppiche. Sie stammen hauptsächlich aus Pflanzen, wobei die exklusivsten Farben aus Insekten wie der Schildlaus gewonnen werden. Die Herstellung von Naturfarben basierte auf alten Rezepten, die sorgfältig von Generation zu Generation weitergegeben wurden. 

Das Weben von Teppichen ist nicht nur eine Kunstform, sondern auch ein faszinierender wissenschaftlicher Prozess.

Die Färber sammelten ihre Zutaten aus Kräutern und Wurzeln der Region und bewahrten ihre Rezepte wie kostbare Geheimnisse. Die Rezepte für die Grundfarben variierten von Gebiet zu Gebiet, je nach den verfügbaren natürlichen Bestandteilen. Daher kann Rot an einem Ort eher einem Burgunder- oder Kirschrot ähneln, während es an einem anderen Ort eher wie ein Ziegel- oder Pfirsichrot aussieht. Im Laufe der Zeit entwickeln Teppichfarben eine natürliche Patina, da sie allmählich milder werden. Dieser Effekt entsteht durch einen einfachen wissenschaftlichen Prozess namens Oxidation, bei dem die Sauerstoffmoleküle in der Atmosphäre mit den chemischen Bestandteilen der Farbstoffe reagieren und die Farben sanfter wirken lassen. 

Auf der künstlerischen Seite steht das Design der Teppiche im Fokus. In ländlichen oder traditionellen Gesellschaften wurden die Muster oft auswendig gelernt und von Generation zu Generation weitergegeben. Dies hat dazu geführt, dass Teppiche aus Nomadengemeinschaften wie den Turkmenen einheitliche Muster aufweisen und dennoch die individuelle künstlerische Ausdrucksweise der Weber bewahren. 

In einigen Fällen knüpften erfahrene Weberinnen sogenannte „Vagireh“-Teppiche, die die grundlegenden Elemente des Feld- und Bordürenmusters enthielten, und gaben sie an ihre Töchter weiter. Diese Teppiche waren nicht für den kommerziellen Verkauf bestimmt, sondern wurden als wertvolle Erbstücke betrachtet. 

In städtischen Gesellschaften, in denen Teppiche in professionellen Werkstätten hergestellt werden, werden die Muster oft von professionellen Künstlern entworfen.

Eine Kunst, die man nicht nur betrachten, sondern auch spüren kann.